Starke Neodym-Magnete und SmCo-Magnete sind faszinierende Werkstoffe – ihre Kräfte werden jedoch oft unterschätzt. Schon kleine Magnete können Verletzungen, Sachschäden oder gesundheitliche Risiken verursachen, wenn sie unsachgemäß gehandhabt werden. Bitte lesen Sie diese Hinweise sorgfältig vor der ersten Verwendung.
Unsere Magnete sind kein Spielzeug. Sie sind nicht für Kinder geeignet und gehören nicht in die Hände unbeaufsichtigter Personen. Bei Verschlucken besteht Lebensgefahr – Magnete im Verdauungstrakt können sich anziehen und Darmperforationen verursachen.
Starke Magnete ziehen sich aus mehreren Zentimetern Entfernung mit großer Wucht an. Geraten Finger oder Haut zwischen zwei Magnete – oder zwischen einen Magneten und ein ferromagnetisches Werkstück – drohen Quetschungen, Hämatome, Prellungen oder sogar Knochenbrüche. Schon bei einem Magneten der Größe D20 × 10 mm (N42) wirken Kräfte über 100 N.
Neodym-Magnete bestehen aus einer harten, aber spröden Sintermasse. Prallen zwei Magnete unkontrolliert aufeinander, können Splitter mit hoher Geschwindigkeit absplittern und Augenverletzungen verursachen. Auch die Beschichtung (Nickel-Kupfer-Nickel) kann beschädigt werden – dann beginnt das Material zu korrodieren.
Tragen Sie bei der Handhabung großer Magnete (ab ca. 40 mm Durchmesser bzw. 100 g Masse) immer eine Schutzbrille mit Seitenschutz nach EN 166.
Personen mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren, Insulinpumpen, Cochlea-Implantaten oder anderen elektronischen medizinischen Implantaten müssen einen Mindestabstand von 30 cm zu Einzelmagneten bzw. 2 m zu größeren Magnetsystemen einhalten. Magnetfelder können die Funktion der Geräte stören oder deaktivieren – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen. Bitte informieren Sie betroffene Personen in Ihrem Umfeld.
Werden zwei oder mehr Magnete verschluckt, können sie sich im Magen-Darm-Trakt durch die Darmwand hindurch anziehen. Folgen sind Darmperforation, Darmverschluss, schwere Infektionen und im schlimmsten Fall Tod. Bei Verdacht auf Verschlucken: sofort Notarzt 112 rufen.
Nickelbeschichtete Magnete können bei Personen mit Nickelallergie Hautreizungen verursachen. Verwenden Sie alternativ Magnete mit Epoxy-, Gold- oder Kunststoffbeschichtung.
Magnetfelder können Festplatten, Magnetkarten (EC-, Kredit-, Hotelkarten), Kassettenbänder, Lautsprecher, mechanische Uhren, Bildröhrenmonitore und Hörgeräte beschädigen oder löschen. Halten Sie Magnete mindestens 30 cm von empfindlicher Elektronik fern.
Auch Smartphones, Tablets und Laptops können – insbesondere bei der Kompass-Funktion oder den eingebauten Sensoren – durch starke Magnete in der Nähe gestört werden. SSD-Festplatten sind in der Regel unempfindlich, klassische HDDs hingegen extrem gefährdet.
Wird der zulässige Temperaturbereich eines Magneten überschritten, verliert er dauerhaft einen Teil seiner Magnetisierung. Bei NdFeB-Magneten der Standard-N-Klasse liegt diese Grenze bereits bei 80 °C. Hochtemperatur-Klassen (UH, EH, AH) sind bis 200 °C einsetzbar.
Detaillierte Angaben finden Sie auf der Seite Temperaturbeständigkeit.
Neodym-Magnete sind sehr korrosionsanfällig und werden deshalb beschichtet (Standard: Ni-Cu-Ni). Bei Beschädigung der Beschichtung beginnt das Material zu rosten und seine Haftkraft sinkt. Setzen Sie Magnete ohne spezielle Beschichtung nicht in feuchten oder chemisch aggressiven Umgebungen ein. Für Außen- und Nassanwendungen empfehlen wir SmCo-Magnete (intrinsisch korrosionsbeständig) oder Magnete mit Epoxy-Vollverguss.
Permanentmagnete gelten ab einer bestimmten Feldstärke als Gefahrgut der Klasse 9 (UN 2807 „MAGNETISIERTER STOFF"). Maßgeblich sind die IATA Dangerous Goods Regulations (PI 953) für den Luftverkehr und ADR für den Straßenverkehr.
Max. Feldstärke in 4,6 m Abstand vom Versandstück: 0,00525 Gauss (0,525 µT). Stärkere Sendungen müssen als Klasse 9-Gefahrgut deklariert werden.
Magnetisches Material ist im Straßentransport in der Regel freigestellt, sofern Streufelder ausreichend abgeschirmt sind. Wir verpacken alle Sendungen vorschriftsmäßig.
Bei Versand durch Strong Magnets GmbH übernehmen wir die korrekte Klassifizierung, Kennzeichnung und Verpackung. Mehr dazu auf der Seite Versand & Lieferung.
Bewahren Sie Magnete trocken, sauber und für Kinder unzugänglich auf. Verwenden Sie Originalverpackungen (Kunststoffboxen mit Trennwänden) oder bauen Sie magnetische Kurzschluss-Konstruktionen mit Eisenblechen, die das Streufeld minimieren.
Nein. Die statischen Magnetfelder von Permanentmagneten haben nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand keine nachgewiesene gesundheitsschädigende Wirkung auf gesunde Personen. Risiken bestehen ausschließlich für Personen mit medizinischen Implantaten sowie durch mechanische Verletzungen.
Schieben Sie die Magnete seitlich gegeneinander über eine Tischkante hinaus – nicht senkrecht auseinander ziehen. Bei sehr großen Magneten empfehlen wir Spezialwerkzeuge wie Magnet-Separatoren oder die Verwendung von Holz-Keilen.
Auf keinen Fall. Magnete verlieren bei Überhitzung dauerhaft ihre Magnetisierung. Beschichtungen können Funken schlagen und Brände auslösen. Halten Sie Magnete grundsätzlich von offenen Flammen und Hitzequellen fern.
Für Demonstrationen im Unterricht ab Sekundarstufe I sind schwache Ferrit- oder AlNiCo-Magnete sinnvoll. Von Neodym-Magneten raten wir im Kontext ohne Aufsicht ab. In jedem Fall müssen Lehrkräfte vorab über Risiken und Schutzmaßnahmen aufklären.
Defekte oder ausrangierte Magnete gehören in den Metallschrott bzw. zur Wertstoffsammlung. Vor der Entsorgung können Magnete durch Erhitzen über die Curie-Temperatur (NdFeB ca. 310 °C, SmCo ca. 750 °C) entmagnetisiert werden – beachten Sie dabei Arbeits- und Brandschutz.
Unsere Ingenieure beraten Sie bei der Auswahl der richtigen Magnetgüte, Beschichtung und Anwendungssicherheit – inklusive Risikobewertung für Ihre konkrete Konstruktion.
Wir liefern Neodym-Magnete, SmCo-Magnete, Ferritmagnete und Magnetsysteme ausschließlich an gewerbliche Anwender, die mit dem fachgerechten Umgang vertraut sind. Auf Wunsch erstellen wir Risikoanalysen und Gefährdungsbeurteilungen für Ihre Anwendung.
Weiterführende Themen: Haftkraft berechnen · Temperaturbeständigkeit · Qualität & Zertifizierung · FAQ
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